Flauschiger Nachwuchs in der Klemme

aktuell, 18.05.2026

Warum der kühle Mai für unsere Gartenvögel zur Zerreißprobe wird.

Die Auswirkungen des nass-kalten Maiwetters sorgen aktuell zwar für ein frisches und saftiges Ergrünen der Natur, unsere Gartenvögel und deren Nachwuchs sind von den Regeneskapaden aber wenig angetan!

Wer eine Kamera im Nistkasten installiert hat oder das Treiben im eigenen Garten beobachtet, merkt schnell: Die nass-kalten Bedingungen der letzten Wochen machen den Vogeleltern flächendeckend in ganz Deutschland schwer zu schaffen.

Der kühle und feuchte Mai ist alles andere als optimal für die Brutpflege. Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe:

Wetterfrust auch im Brutkasten
im donnerwetter.de-Wettergarten

Akuter Nahrungsmangel durch das Raupensterben

Viele heimische Vogelarten, allen voran Meisen und andere Insektenfresser, sind bei der Fütterung ihrer Küken extrem spezialisiert. Sie benötigen für ihren Nachwuchs fast ausschließlich frische, grüne Schmetterlingsraupen. Diese sind besonders weich, saftig, leicht verdaulich und extrem nahrhaft für die heranwachsenden Jungvögel.

Sinken die Temperaturen im Mai jedoch – wie in diesem Jahr – deutlich ab, gerät die Entwicklung der Insekten ins Stocken. Auf den Bäumen, insbesondere auf heimischen Laubgehölzen wie Eichen und Buchen, entwickeln sich die Raupen kaum weiter oder ziehen sich komplett zurück. Die Folge ist ein dramatischer Futtermangel. Finden die Elterntiere nicht genug der weichen Nahrung, droht den Küken im schlimmsten Fall das Verhungern im Nest. Aus Not weichen die Altvögel dann auf härtere Käfer oder minderwertiges Ersatzfutter aus, welches die empfindlichen Mägen der Küken oft noch gar nicht verdauen können.

Unterkühlung im Nistkasten durch Nässe-Übertragung

Neben dem Futtermangel ist auch die Feuchtigkeit ein riesiges Problem. Wenn die Elterntiere im Dauerregen unablässig nach Nahrung suchen müssen, durchnässt ihr eigenes Gefieder mit der Zeit immer mehr.

Kehren sie dann in den Nistkasten zurück, um die Küken zu hudern – also durch direkten Körperkontakt zu wärmen –, passiert leider genau das Gegenteil: Sie bringen die gefährliche Feuchtigkeit direkt in das weiche Nestbett ein. Die Kombination aus einem nasskalten Nest und der fehlenden Energie durch den Nahrungsmangel wird für die Jungvögel schnell lebensbedrohlich.

Hoffen wir, dass der Vogelnachwuchs die letzten kühlen Tage vor der großen Pfingst-Wetterwende gut übersteht und die Sonne bald für die dringend benötigte Entlastung sorgt!

 

  Redaktion
 Team-Info
 Team-Kontakt




5

Wetter-Meldungen

CO2-Deutschland

475 ppm
18.05.2026 12:13
mehr

Zitat des Tages

    "Liebe ist Erkenntnis, und die ist Besitz."

    Bettina von Arnim